Informationen zum Hauptprogramm der Foto-Triennale 2004

Die Esslinger Foto-Triennale wird von der Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg und einem privatem Sponsor unterstützt. Das Hauptprgramm wird vom 18.Juli bis 3.Oktober 2004 in den Räumen der Esslinger Villa Merkel und dem benachbarten Bahnwärterhaus stattfinden.

Die 6. Internationale Foto-Triennale setzt sich unter dem Titel "Recherche - entdeckt!" beispielhaft in etwa fünfzehn Positionen mit Ausprägungen innerhalb der internationalen Fotokunst auseinander, die primär konzeptuellen oder dokumentarischen Ansätzen folgen. Formen der leisen Bildanekdote werden in den Fokus rücken.

Eine Position innerhalb der Ausstellung steuert die Zürcher Künstlerin Daniela Keiser etwa in Gestalt ihrer Fotoserie Entdecker (C-Prints, je 33,6 x 44,2 cm) bei. Die Serie scheint weniger zu sein, als sie tatsächlich ist. Es handelt sich gewissermaßen um Understatement-Fotografie. "Hochland in der Türkei bildet zwar das Setting dieser fotografischen Anekdoten, doch sehen wir uns nicht wirklich mit dem Genre Landschaftsbild konfrontiert, der Entstehungsort ist kaum von Bedeutung", schreibt Patrick Marcolli zu den Entdeckern. Der Titel gibt Hinweis auf die fast verschwindend kleinen Protagonisten in den Landschaften - immer dieselben zwei Personen, die in romantisierender Weise in erhabener Landschaft erscheinen - als Entdecker, ausgerüstet mit fotografischem Gerät.

Auf einem Lichtbild sehen wir einen Fotoapparat oder jemanden, der fotografiert. Dieses selbstreferentielle Motiv gibt es im Grunde so lange wie das Medium Fotografie selbst. Insofern können wir die Entdecker auch als Hommage an das Medium begreifen. Jemand, der entdeckt, macht sichtbar. In der Menschheitsgeschichte folgt darauf in der Regel die Unterwerfung, das Sich-zu-Eigen-Machen des Entdeckten. Die Protagonisten Daniela Keisers hingegen machen sich ein Bild und ziehen weiter. Was für ein Bild sie sich machen, bleibt unklar, da für uns die Landschaft das verstellt, was die Entdecker mit ihrer Kamera einfangen. Hierin liegt das große Geheimnis Daniela Kaisers Serie. Wir müssen uns vorstellen und ausmalen, was wir alles noch sehen könnten, was quasi außerhalb des Bilds zu sehen wäre oder dort geschieht.

Die 6. Internationale Foto-Triennale "Recherche - entdeckt!" ist aus zwei Blöcken aufgebaut, einem eher historischen und einem, der aktuelle Gegenwartskunst thematisiert. Der kleinere historischen Block zeigt Beispiele fotografischer Recherchen etwa aus der Konzeptkunst der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, zum Beispiel eine Fotoserie Edward Ruschas. Dieser Block soll Brückenschlag zur Geschichte der Fotografie und einer ihrer spezifischen Ausprägungen in der bildenden Kunst sein und zugleich Verständnis- und Vermittlungshilfe der aktuellen anlässlich der 6. Internationalen Foto-Triennale gezeigten Positionen.

Das Thema der 6. Internationalen Foto-Triennale gilt nicht allein für die vorgestellten Werke und Positionen. Vielmehr darf es auch als strategisches Grundgerüst der Ausstellung selbst verstanden werden. Wie zum Beispiel in Peter Pillers Arbeiten oder Jochen Lemperts zu sozialen Gruppen organisierten Fotografien der Bildervergleich von essentieller Bedeutung ist, soll die 6. Internationale Foto-Triennale insgesamt als groß angelegter ikonologischer Versuch angesehen werden und der formale, strukturelle wie inhaltliche Bildvergleich (wie beim berühmten Kunsthistoriker Aby Warburg) Gerüst der kommenden Foto-Triennale sein.

Die 6. Internationale Foto-Triennale wird sich ausschließlich auf das Medium der Fotografie beschränken und nicht etwa Unschärfenbereiche zu anderen Gattungen untersuchen. Sie wird kuratiert durch Andreas Baur, Leiter der Galerien der Stadt Esslingen am Neckar, und Ludwig Seyfarth, Kunst- und Medientheoretiker in Hamburg.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler:
Atlas Group, Guilaume Bijl, Monika Brandmeier, Willie Doherty, Olafur Eliasson, Hamish Fulton, Charles Gaines, Daniela Keiser, Jochen Lempert, Bettina Lockemann,Peter Piller, Richard Prince, Martha Rosler,Ed Ruscha,
Erik Steinbrecher, Ralf Weißleder

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